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Konfiguration und Programmierung von Bildverarbeitungssystemen

Integratoren und strategische Nutzer von Bildverarbeitungssystemen schätzen die Flexibilität und Offenheit von PC-Lösungen und programmieren ihre individuellen Softwarelösungen häufig mit Bildverarbeitungsbibliotheken und höheren Programmiersprachen. Im Kapitel Software gehen wir näher auf diese Möglichkeiten ein.

Reine Anwender mit Erfahrung in der SPS-Programmierung entscheiden sich jedoch zunächst meist für Lösungen, die über eine grafische Benutzeroberfläche (GUI) einfach konfiguriert werden können und ohne tiefgreifende Programmierkenntnisse schnell und einfach einsetzbar sind.

Bei diesen Lösungen können einzelne Tools mit der Maus einfach auf dem Bild positioniert und dann so konfiguriert werden, dass sie die exakten Merkmale finden, die erkannt werden sollen. Diese Anwender wählen also zumeist intelligente Kameras oder Kompaktsysteme. Im folgenden Abschnitt befassen wir uns mit den verschiedenen Konfigurationsmöglichkeiten für diese kompakten Bildverarbeitungssysteme und intelligenten Kameras.

Lokale Konfiguration

Einige Bildverarbeitungssysteme verfügen über Anschlussmöglichkeiten für Monitor, Tastatur und Maus und können vor Ort programmiert werden. Das bedeutet, dass kein zusätzlicher PC zur Inbetriebnahme und Steuerung notwendig ist. Eventuell erforderliche Programmierund Einrichtungsvorgänge müssen jedoch dadurch zwangsläufig direkt vor Ort an der Anlage erfolgen.

Konfiguration über Web-Browser

Bei Verwendung eines Web-Browsers für die Konfiguration und Steuerung eines Bildverarbeitungssystems kann man sich mit einem beliebigen Rechner direkt via Netzwerk mit dem System verbinden. Der Vorteil dieser Lösung ist, dass auf dem Rechner keine spezielle Software installiert werden muss - der Rechner muss lediglich für das Netzwerk eingerichtet sein. Damit können auch keine Versionskonflikte entstehen, wenn mehrere Systeme vom gleichen Rechner konfiguriert werden sollen.

Das Netzwerk ermöglicht natürlich auch einen Fernzugriff auf das System innerhalb des Firmennetzwerkes. Die Einrichtung muss also nicht zwangsläufig direkt an der Maschine erfolgen.

Setup über eine Installationsroutine

Bei dieser Variante wird eine spezielle Programmieranwendung auf einem Standard-PC oder Laptop installiert, der mit dem Bildverarbeitungssystem (normalerweise einer intelligenten Kamera) vernetzt wird. Das Setup erfolgt mit Hilfe dieser sehr komfortablen und leistungsfähigen Anwendung. Nach der Einrichtung des Systems wird die fertige Applikation im Bildverarbeitungssystem abgespeichert, das dann autark arbeitet.

Programmierung mit Scripting

Alle Bildverarbeitungssysteme enthalten prinzipiell die oben beschriebenen Basisfunktionalitäten. Bei anspruchsvolleren Anwendungen, bei denen das Ergebnis einer Messung den Ablauf nachfolgender Inspektionen verändern kann oder bei denen die Entscheidungsfindung viele Fallunterscheidungen erfordert, wird häufig die freie Programmierung kurzer Code-Sequenzen, das sogenannte Scripting, benötigt.

Die Scripting-Funktionalitäten der einzelnen Modelle können sehr unterschiedliche Möglichkeiten bieten. Grundsätzlich kann zwischen zwei Arten von Scripting unterschieden werden. Inline-Scripts werden synchron zum Inspektionsvorgang jeweils einmal für jedes Prüfobjekt abgearbeitet. Background-Scripts laufen im Hintergrund asynchron zur Inspektionsaufgabe.

Mittels Scripting können ohne großen Aufwand komplexe Lösungen realisiert werden. Ein System mit flexiblen Scripting-Möglichkeiten bietet den Vorteil, eine Prüfaufgabe programmieren zu können, ohne über tiefgreifende Programmierkenntnisse zu verfügen.