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Gardasoft: Ein Innovationstreiber bei LED-Beleuchtung und -Steuerung

27. Januar 2016

Das 1999 im englischen Cambridge gegründete Unternehmen Gardasoft Vision Ltd. zählt zu den Weltmarktführern im Bereich der LED-Beleuchtungssteuerung und sehr hellen Beleuchtungen. Das britische Unternehmen ist einer der Hauptlieferanten von STEMMER IMAGING. In diesem Interview erläutert Gardasoft-CEO Peter Bhagat aktuelle Trends und zukünftige Entwicklungen aus seiner Sicht.

Welche wichtigen technologischen, wirtschaftlichen oder marktbezogenen Trends gibt es derzeit in der industriellen Bildverarbeitung?

Peter Bhagat: Diese Frage beantworte ich aus dem Blickwinkel eines Unternehmens, das sich nur mit dem Teilbereich Beleuchtung aus dem Feld der Bildverarbeitung befasst, aber ich bin der Ansicht, dass dennoch viele Themen gleicher Natur sind – wie z.B. die Anwendbarkeit, die zunehmende Standardisierung und der Bedienkomfort für den Kunden.

Hinsichtlich der Technologie stellt es sich für mich so dar, dass Bildverarbeitungskomponenten immer intelligenter und anpassungsfähiger werden. Das Ende der Lebensdauer einer Beleuchtung ist beispielsweise dann spezifiziert, wenn sie 70 % ihrer ursprünglichen Leuchtkraft erreicht, doch in welchen Systemen ist eine Helligkeitsreduzierung von 30 % sinnvoll? Ein Wartungstechniker muss normalerweise die Helligkeit der Beleuchtung oder die Softwaregrenzwerte regelmäßig zum Ausgleich der Alterung einstellen. In Zukunft werden Beleuchtungen die Information über ihre bisherigen Gebrauchsdaten speichern und an die Steuerung weitergeben, um auf diese Weise über Jahre hinweg eine gleichbleibende Beleuchtung sicherstellen zu können.

Schnellere Zeilenkameras bieten neue Chancen; Ingenieure nutzen die schnelleren Zeilenraten zur Verringerung von Kosten oder zur Erhöhung der Leistung. Eine einzelne Zeilenkamera kann z.B. jetzt Bilder mit zwei verschiedenen Lichtkonzepten erfassen, ohne den Durchsatz zu verringern. Die Beleuchtungen werden für jede Zeile geschaltet, d.h. beispielsweise Hellfeld- und Hintergrundbeleuchtung im Wechsel, oder auch unter Verwendung verschiedener Wellenlängen.

Ein anderes Thema zählt zwar nicht zu dem Bereich, in dem wir tätig sind, aber es scheint so, als ob Flüssiglinsen besser adaptierbare Systeme ermöglichen und eine interessante Basis für neuer Techniken und Inspektionssysteme schaffen.

Im Hinblick auf die kommerzielle und die Marktseite sehe ich die folgenden Trends: Wenn der Markt für Bildverarbeitung in den kommenden Jahren weiterhin so wächst, wird es bald einen Mangel an Technikern mit Kenntnissen im Bereich von Bildverarbeitungslösungen geben. Dies hat zur Folge, dass die Systeme einfacher und schneller zu montieren sein müssen. Das macht die Bildverarbeitung für Anwender effizienter und ermöglicht es zudem auch Technikern aus anderen Bereichen, in dieses Gebiet einzusteigen. So verfügen beispielsweise Techniker mit Kenntnissen in der allgemeinen Automatisierung nicht unbedingt über ein spezifisches Wissen in der Bildverarbeitung, möchten aber eine automatisierte Inspektion in ihren Systemen realisieren. Wenn der Zugang zur Bildverarbeitung durch geeignete Technologien erleichtert wird, wird dies zu ihrem vermehrten Einsatz führen.

Die Steigerung der Leistungsfähigkeit von Smart-Kameras, das vereinfachte Zusammenspiel von mehr Komponenten per Plug & Play, eine einfachere Integration und die Vereinfachung komplexer Techniken werden daher in den kommenden Jahren zu einem notwendigen Trend werden. Es ist kein Zufall, dass sich die vor Kurzem von Gardasoft vorgestellte Triniti-Technologie mit diesen Themen beschäftigt.

Der steigende Bedarf an Lösungen bei Bildverarbeitungsanwendern erhöht dabei den Druck auf die Lieferanten von Bildverarbeitungsprodukten, einfach zu bedienende und zu integrierende Produkte zu entwickeln. In Bezug auf Vernetzung und Kommunikation spielte die Beleuchtung im Vergleich zu anderen Bildverarbeitungskomponenten bislang nur eine untergeordnete Rolle. Wir sind der Überzeugung, dass sich dies derzeit ändert und Anwender nun auch beim Thema Beleuchtung zunehmend von den schnellen Fortschritten beim Thema Vernetzung profitieren werden.

Dies setzt natürlich voraus, dass ein wesentlicher Schwerpunkt auf die Entwicklung der entsprechenden Technologie gesetzt wird, aber auch auf die Weise, wie die Beteiligten kommunizieren, sich weiterbilden, Anwendungsprobleme und Ideen austauschen – das ist eine Umgebung, die Innovation nach den Bedürfnissen des Anwenders fördert.

Welche Entwicklungen treibt Gardasoft derzeit vor allem voran?

Peter Bhagat: Das Folgende ist eine Zusammenfassung unserer wichtigsten Entwicklungen, wobei einige vor allem unsere aktuelle Technologie verbessern, und andere wie z.B. Triniti, wo wir der Überzeugung sind, dass wir zusammen mit unseren Produktpartnern Neuland bei intelligenter Beleuchtung für den Bildverarbeitungssektor betreten haben. Zu unseren wesentlichen Entwicklungszielen zählen:

  • Das Erreichen der Technologie- und Marktführerschaft im Bereich der LED-Beleuchtungssteuerung mit hoher Leistung und Präzision
  • Die vermehrte Integration von Beleuchtungssteuerungen in Bildverarbeitungssysteme. LED-Steuerungen werden somit effektiv ein Modul innerhalb der etablierten Bildverarbeitungsumgebung. Beispiele hierfür sind die von Gardasoft entwickelten Beleuchtungssteuerungen als erste Non-Streaming GigE Vision Devices
  • Die Fortsetzung der Entwicklung einer intelligenten LED-Beleuchtungsplattform durch Beleuchtungen und Steuerungen, die in ein Netzwerk eingebunden werden können, und die Softwareintegration in etablierte Bildverarbeitungsstandards
  • Die sehr schnelle Steuerung und Synchronisation von Bildverarbeitungssystemen sowie eine Softwareentwicklung, die eine volle Integration in optische Inspektionssysteme und eine einfache Implementierung für den Benutzer sicherstellt
  • Die Beteiligung an relevanten Standardisierungsbemühungen
  • OEM-spezifische Produkte in Bereichen, in denen sehr leistungsfähige Beleuchtungen und Beleuchtungssteuerungen benötigt werden. Hier gab es bereits signifikantes Interesse von einigen OEMs an unserer Triniti-Technologie für OEM-Beleuchtungssysteme.

Beispiele für Entwicklungen von Gardasoft innerhalb dieses Themenbereichs sind Triniti für Bildverarbeitungs-Hardware und -Software, Triniti für Verkehrslösungen, was neue Märkte für die Bildverarbeitung eröffnet, Hochleistungssteuerungen, die für den Betrieb der zunehmend eingesetzten High Power-LED-Beleuchtung geeignet sind, sowie neue Timing-Steuerungen für die Bildverarbeitung wie unsere Serie Gardasoft CC320+ mit verbesserten Funktionen, einer bedienungsfreundlicheren Software und der Integration in die Triniti-Plattform.

Was sind Ihrer Ansicht nach die größten Stärken Ihres Unternehmens?

Peter Bhagat: Ich sehe Gardasoft als einen Innovationstreiber durch die Technologieführerschaft bei LED-Beleuchtung und -Steuerungen. Wir können auf langjährige Erfahrungen bei Bildverarbeitungsanwendungen aufbauen, die wir durch die Kombination unserer jahrelangen Kernkompetenz in der LED-Technologie zusammen mit praktischen Erfahrungen darüber gewonnen haben, wie diese Systeme im Feld implementiert und eingesetzt werden.

Es ist sehr wichtig, nahe am Markt und an den Verbrauchern zu sein. Man muss aber auch auf den sich ergebenden Bedarf reagieren können, und hier liegt eine weitere Schlüsselstärke von Gardasoft: Unsere Geschwindigkeit, mit der wir frisch entwickelte neue Produkte und Technologie oder sogar spezielle OEM-Produkte als Reaktion auf diesen Bedarf auf den Markt bringen. Ich bin der Ansicht, dass man – um Technologieführer in einem Markt zu sein – diese Agilität mit einem kontinuierlichen Entwicklungszyklus aufweisen muss.

Wenn ich unsere Kernkompetenz betrachte verfügen wir über eine ausgesprochene Stärke beim Design von LED-Systemhardware und Softwareelementen, einschließlich Steuerung, Messung, Triggerung, Sequenzierung, Programmierung und Kommunikation. Unsere patentierten Technologien reflektieren diese Expertise:

  • SafeSense zur automatisierten Zustandserfassung für die Steuerung von LEDs
  • SafePower zur automatischen Stromsteuerung der LED
  • Triniti, unsere intelligente Beleuchtungsplattform

Wir sind uns darüber im Klaren, dass es wichtig ist, soweit wie möglich der Standardisierung von Bildverarbeitung innerhalb unserer Technologieentwicklungen zu folgen. Tatsächlich arbeiten wir – neben unserer aktuellen Triniti-Technologie – auch eng mit dem Normenausschuss für Beleuchtung zusammen, um sicherzustellen, dass die LED-Steuerungen durch Angleichung an die Standards GigE Vision und GenICam ein integraler Bestandteil der Standardsysteme zur Bildverarbeitung in nächster Zukunft werden.

Was waren – rückblickend auf die letzten 12 Monate – die größten Highlights für Gardasoft?

Peter Bhagat: Die Entwicklung und Veröffentlichung unserer Triniti-Technologie war für Gardasoft sicher ein herausragendes Ereignis, auch weil die Marktreaktionen sehr positiv ausfielen. Wir haben durch diese Entwicklung zudem wertvolle Produktpartnerschaften aufgebaut, die - wie wir glauben - zu marktführenden intelligenten LED-Beleuchtungssystemen geführt haben. Es ist zudem motivierend, dass wir ein gleichbleibendes Wachstum über den gesamten Bereich unserer Standard-LED-Controller und eine Erweiterung unserer OEM-spezifischen Produktentwicklungen feststellen konnten.

Ich habe die Zusammenarbeit mit Produktpartnern erwähnt, aber genauso wichtig ist unsere Beziehung mit unseren Vertriebspartnern – diese kombinierten Geschäftsbeziehungen sind in jedem Sektor wichtig, aber insbesondere in der Bildverarbeitung, wo wir alle ein Element in einem Gesamtsystem sind. Alles, was wir entwickeln, hat Auswirkungen auf andere Systemkomponenten und Standards und wird von diesen beeinflusst. Der Erfolg hier wird nicht nur kommerziell gemessen, sondern zeigt sich auch im Mehrwert, der durch die Unterstützung und die Ausbildung von Kunden geboten wird – dies ist von wesentlicher Bedeutung, da die Technologie zunehmend leistungsfähig wird und die Anwender über Fähigkeiten in mehreren Bereichen verfügen müssen.

Was ist Ihr persönliches Hauptziel für die nächsten Monate oder Jahre?

Peter Bhagat: Wenngleich ich schon immer von aufregender Technologie begeistert war, war ich auch immer der Überzeugung, dass es für eine Technologie wichtig ist, vom Markt getrieben zu werden und die Kunden im Fokus zu haben. Meine persönlichen Ziele beziehen sich daher auf mein Unternehmen, um Innovation bei allem voranzutreiben, was wir tun, und das immer mit dem Kunden im Zentrum unseres Handelns. Unsere Produkte sind nur dann vollständig und effektiv, wenn sie dem Anwender bei ihrem Einsatz einen Vorteil bringen, einen kritischen Prozess verbessern oder die Leistungsfähigkeit einer Maschine messbar steigern. All das sind Ziele, die wir uns immer setzen sollten. Um sie zu erreichen, möchte ich immer gerne folgende Prinzipien beachten:

  • Nähe und schnelle Reaktionsbereitschaft gegenüber den Kunden
  • Starke Partnerschaften und Zusammenarbeit
  • Investition in unsere Ressourcen und Kenntnisse
  • Hohe Qualität der Produkte und Leistungen

Zu meinen persönlichen Kernzielen zähle ich dabei, in meinem eigenen Unternehmen bestmöglich für eine optimale und effektive Arbeitsumgebung zu sorgen.

Zusammenfassend möchte ich sagen: Wir arbeiten in einem Bereich der Bildverarbeitungsbranche, in dem alle Beteiligten kontinuierlich nach Verbesserungen streben und diese manchmal sogar in großen Schritten erzielen. Als Technologieanbieter innerhalb dieses Sektors müssen wir alles dafür tun, um unsere Innovationsführerschaft zu erhalten.

Gardasoft

Cambridge, United Kingdom

Die 1999 in Cambridge gegründete Gardasoft Vision Ltd hat sich als führender Hersteller im Bereich von programmierbaren Beleuchtungs-Steuerungen und sehr intensiver LED-Beleuchtungen etabliert.

Gardasoft Triniti - Beleuchtungen ganz einfach auf Profi-Niveau betreiben
  • Technologie zur direkten Anbindung der Beleuchtung an die Bildverarbeitungssoftware
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  • Direkte Verbindung über GigE Vision- und GenICam-Schnittstelle
Gardasoft CC320 - GigE-Timing-Controller für Kameras und Weichen
  • GigE-Timing-Controller für Sensoren, Kameras und Weichen
  • Steuerung über Ethernet 10 Mbits
  • Verarbeitung schneller Encoder-Impulse
  • Synchronisation über externen Encoder-Eingang oder externe Taktquelle