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Wie man mit einem alten Hut 1000 Euro verdient - Förderpreisverleihung an Absolventen der Hochschule München

17. Mai 2018

OCR (Optical Character Recognition) ist eines der ältesten Themen in der Bildverarbeitung. Vor allem Handschriftenerkennung ist ein heißes Eisen, doch kann man zur Erkennung gedruckter Schriften noch viel Neues beitragen? Mit ihrer Masterarbeit bewies unsere diesjährige Förderpreisträgerin: Man kann!

Die Förderpreise für studentische Abschlussarbeiten auf dem Gebiet der Bildverarbeitung wurden wie jedes Jahr im Rahmen der Competence-Center-Partner-Fachtagung 2018 der Fakultät Informatik und Mathematik an der Hochschule München verliehen. Mit 1.000,- Euro werden jeweils die beste Bachelor-Arbeit und die beste Master-Arbeit eines Jahrgangs belohnt.

Diese Preise sind jedoch nur ein kleiner Bestandteil der Nachwuchsförderung bei STEMMER IMAGING: Seit fast 20 Jahren bilden wir junge Leute in vier technischen Berufen aus, wir kooperieren mit verschiedenen Schulen im Umkreis, beteiligen uns am Girls‘ Day und bieten Universitäten und Studierenden ein breites Spektrum an Unterstützung.

Über die Unterstützung durch unseren Förderpreis für die beste Bachelor-Arbeit freute sich in diesem Jahr Marko Streich. Seine Arbeit „Fußgängererkennung mit einem Convolutional Neural Network für den Audi Autonomous Driving Cup“ beschäftigt sich im Bereich des Deep Learning mit der Frage, wie das neuronale Netz YOLO (You Only Look Once) für eine besonders schnelle Klassifizierung und Lokalisierung genutzt werden kann. Bei der Erkennung geht es einerseits darum, Fußgänger von Gegenständen auf dem Gehweg (zum Beispiel Mülltonnen) zu unterscheiden. Andererseits muss entschieden werden, ob es sich bei einer Person um einen Erwachsenen oder ein Kind handelt. Die gewonnenen Informationen dienen dazu, das Fahrverhalten des autonomen Fahrzeugs situationsgerecht anzupassen und zum Beispiel auf Schrittgeschwindigkeit abzubremsen, wenn ein Kind identifiziert wurde. Marko Streichs neuartiger Ansatz überzeugte sowohl die Prüfer der Hochschule als auch uns auf ganzer Linie.

Marko Streich erhält den Förderpreis für die beste Bachelor-Arbeit von Prof. Dr. Alfred Nischwitz.

Veronika Dashuber erhält den Förderpreis für die beste Master-Arbeit von Prof. Dr. Alfred Nischwitz.

Veronika Dashuber, die Preisträgerin mit der besten Master-Arbeit, setzte sich in ihrer Abschlussarbeit „Verbesserung der Bildqualität von Rezepten unter Zuhilfenahme tiefer neuronaler Netze“ mit dem Thema OCR auseinander. Dieses altbekannte Thema könnte als langweiliger, alter Hut angesehen werden, weil es auf diesem Gebiet schon zahlreiche Arbeiten und Anwendungslösungen gibt. Allerdings fand Veronika Dashuber dank ihrer systematischen und gründlichen Methodik ein derart großes Verbesserungspotential für das Erkennen von eingescannten Arztrezepten, dass ihre Untersuchung herausragend ist. Deshalb erhielt sie nicht nur die Traumnote 1,0, sondern auch unseren Förderpreis.

Neben der Preisverleihung beteiligten wir uns auch an den Vorträgen, die Studentinnen und Studenten in vier Tracks neue Ansätze auf dem Gebiet der Informatik vorstellten. Vor voll besetzten Reihen präsentierte Frank Orben, einer unserer langjährigen Software-Entwickler in der Bildverarbeitung, seinen Vortrag „Machine Learning Klassifikatoren – Vorteile und Herausforderungen ausgewählter Methoden“.

Darüber hinaus hatten Studierende die Gelegenheit, an unserem Informationsstand das Angebot von STEMMER IMAGING zu Werkstudententätigkeiten, Bachelor- und Masterarbeiten, Dualem Studium und Berufseinstieg kennenzulernen.

Bei einem gemeinsamen Abendessen begleitet von der Band „Most Wanted“ klang der Tag stimmungsvoll aus.